Ankündigungen von Änderungen im Internetangebot

Voraussichtlich ab 01.10.2016 werden sich einige Grafiken auf der Internetseite des Hochwassermeldedienstes ändern. Die wichtigsten Veränderungen sind nachfolgend dargestellt und erläutert. Zudem wird die Internetseite derzeit inhaltlich aktualisiert. Bitte beachten Sie auch das aktualisierte Angebot für mobile Endgeräte.

Flussgebietsbezogene Hochwasserfrühwarnung

Die Hochwassergefährdung in kleinen Einzugsgebieten wird bisher für Landkreise abgeschätzt und auf einer Frühwarnkarte unter http://fruehwarnung.hochwasser-rlp.de dargestellt. Da Hochwasser nicht an Kreisgrenzen Halt macht, erfolgt in Kürze eine Umstellung auf Flussgebiete. Hierdurch kann die konkrete Hochwassergefährdung besser lokalisiert werden. Auf der rechts dargestellten Karte ist die fiktive Hochwassergefährdung für 35 Flussgebiete dargestellt. An Wiesbach und Appelbach ist die Hochwassergefährdung sehr hoch (lila Warnklasse), an Alsenz, Hahnenbach und Simmerbach sowie im Bereich von Guldenbach und Gräfenbach hoch (rote Warnklasse).

Im Zuge der Umstellung auf Flussgebiete sind folgende Weiterentwicklungen der Frühwarnung für kleine Einzugsgebiete zu erwarten:

  • Aktualisierung der Frühwarnkarte im Internet alle drei Stunden
  • Benachrichtigung von Kreis- bzw. Stadtverwaltungen bei drohenden mindestens 10-jährlichen Hochwassern (bei orangener, roter oder lila Warnung)
  • Aktive Warnung über die App KATWARN bei drohenden mindestens 10-jährlichen Hochwassern
  • Genauere Erläuterung zum Unterschied zwischen Wetterwarnung und Hochwasserfrühwarnung
Frühwarnkarte

Darstellung von Vorhersagebändern

Die Berechnung einer hydrologischen Vorhersage ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Diese ergeben sich aus den Unsicherheiten der Messdaten, der Wettervorhersage und der hydraulisch-hydrologischen Modellberechnungen. Im Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz wird die pegelbezogene Wasserstandvorhersage zukünftig nicht mehr nur als einzelne Linie, sondern auch durch ein Vorhersageband dargestellt. In der Beispielgrafik für den Pegel Koblenz entspricht die rote Linie den wahrscheinlichsten Vorhersagewerten. Die Bandbreite der wahrscheinlichen Wasserstandentwicklung wird durch die orange-gelben Bändern dargestellt. Je heller die Farbe, desto weniger wahrscheinlich wird dieser Wasserstand tatsächlich eintreten.

Vorhersageband

Die Bandbreite der wahrscheinlichen Entwicklung ist je nach aktueller Wasserstandhöhe unterschiedlich groß. Insbesondere für meteorologisch schwer vorhersagbare Wetterlagen und für weiter in der Zukunft liegende Zeitpunkte kann der tatsächlich eintretende Wasserstand außerhalb des Vorhersagebandes liegen.

Die Umstellung auf Vorhersagebänder erfolgt zunächst für die Rheinpegel. An den kleineren Flüssen werden die Vorhersagebänder erst zu einem späteren Zeitpunkt dargestellt, da hier ein anderes methodisches Vorgehen zur Abschätzung der Vorhersageunsicherheit gewählt werden muss. Zur Abschätzung der Vorhersagebandbreite am Rhein wurden historische Vorhersagen zwischen 2002 und 2014 statistisch ausgewertet. Hierbei wurden für jeden Pegel Perzentile der relativen Abweichung von vorhergesagtem und gemessenem Wasserstand berechnet. Diese Perzentile spiegeln sich in den unterschiedlich gefärbten Bändern der Pegelgrafiken wider. Beispielsweise wird das dunkelste orangene Band aus dem 40%- und dem 60%-Perzentil generiert. Das äußerste sehr schwach gelbe Band stellt den Bereich zwischen den 10%- und 90%-Perzentilen dar, was bedeutet, dass 80% der vergangenen Vorhersagen in diesem Bereich lagen.

Je kleiner ein Gewässer, desto größer ist der Einfluss der Wettervorhersage auf die Wasserstandvorhersage. Somit wird bei der Abschätzung der Vorhersagebandbreite an den kleinen Flüssen in Rheinland-Pfalz die aktuelle Bandbreite der Wetterentwicklung berücksichtigt. Hierzu werden sogenannte Ensemble-Wasserstandvorhersagen unter Verwendung von 21 gleich wahrscheinlichen Wettervorhersagen berechnet. Diese Ensemble-Berechnungen sind bereits Grundlage für die flussgebietsbezogene Hochwasserfrühwarnung. Die Internetdarstellung von Vorhersagebändern für die Pegel an kleinen Flüssen ist für das Jahr 2017 geplant.