Änderungen im Internetangebot (Stand: 27.10.2016)

Anfang Oktober 2016 haben sich einige Grafiken auf der Internetseite des Hochwassermeldedienstes geändert: Die Hochwasserfrühwarnung bezieht sich nicht mehr auf Landkreise sondern auf Flussgebiete. Zudem werden für die Rheinpegel auch Vorhersagebänder dargestellt. Derzeit werden die Internetseiten mit Erläuterungen und Informationswegen (unter WEITERE INFOS) inhaltlich aktualisiert. Bitte beachten Sie auch das aktualisierte Angebot für MOBILE GERÄTE.

Flussgebietsbezogene Hochwasserfrühwarnung

Die Hochwassergefährdung in kleinen Einzugsgebieten wurde bisher für Landkreise abgeschätzt. Da Hochwasser nicht an Kreisgrenzen Halt macht, erfolgte eine Umstellung auf Flussgebiete. Hierdurch kann die konkrete Hochwassergefährdung besser lokalisiert werden. Auf der rechts dargestellten Karte ist die fiktive Hochwassergefährdung für 35 Flussgebiete dargestellt. An Wiesbach und Appelbach ist die Hochwassergefährdung sehr hoch (lila Warnklasse), an Alsenz, Hahnenbach und Simmerbach sowie im Bereich von Guldenbach und Gräfenbach hoch (rote Warnklasse).

Im Zuge der Umstellung auf Flussgebiete wurden bzw. werden folgende Weiterentwicklungen umgesetzt:

  • Aktualisierung der Frühwarnkarte im Internet alle drei Stunden (in Kürze)
  • Benachrichtigung von Kreis- bzw. Stadtverwaltungen bei drohenden mindestens 10-jährlichen Hochwassern (bei orangener, roter oder lila Warnung) (aktiviert am 17.10.2016)
  • Aktive Warnung über die App KATWARN bei drohenden mindestens 10-jährlichen Hochwassern (aktiviert am 17.10.2016)
  • Genauere Erläuterung zum Unterschied zwischen Wetterwarnung und Hochwasserfrühwarnung (in Kürze)
Frühwarnkarte

Darstellung von Vorhersagebändern

Die Berechnung einer hydrologischen Vorhersage ist grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Diese ergeben sich aus den Unsicherheiten der Messdaten, der Wettervorhersage und der hydraulisch-hydrologischen Modellberechnungen. Im Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz wird die pegelbezogene Wasserstandvorhersage seit Oktober 2016 nicht mehr nur als einzelne Linie, sondern auch durch ein Vorhersageband dargestellt. In der Beispielgrafik für den Pegel Koblenz entspricht die rote Linie den wahrscheinlichsten Vorhersagewerten. Die Bandbreite der wahrscheinlichen Wasserstandentwicklung wird durch orange-gelbe Bänder dargestellt.

Die Umstellung auf Vorhersagebänder erfolgte zunächst für die Rheinpegel. An den kleineren Flüssen werden die Vorhersagebänder erst zu einem späteren Zeitpunkt dargestellt, da hier ein anderes methodisches Vorgehen zur Abschätzung der Vorhersageunsicherheit gewählt werden muss. Zur Abschätzung der Vorhersagebandbreite am Rhein wurden historische Vorhersagen zwischen 2002 und 2014 statistisch ausgewertet. Hierbei wurden für jeden Pegel Perzentile der relativen Abweichung von vorhergesagtem und gemessenem Wasserstand berechnet. Diese Perzentile spiegeln sich in den unterschiedlich gefärbten Bändern der Pegelgrafiken wider. Beispielsweise wird das dunkelste orangene Band aus dem 40%- und dem 60%-Perzentil generiert. Das äußerste hellgelbe Band stellt den Bereich zwischen den 10%- und 90%-Perzentilen dar.

Das bedeutet, dass für 20% der vergangenen Vorhersagen die Abweichungen zwischen vorhergesagtem und tatsächlich eingetretendem Wasserstand im Bereich des dunkelorangen Bandes lagen. Es ist also davon auszugehen, dass die tatsächlich eintretenden Wasserstände mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% im Bereich des dunkelorangen Bandes liegen. 80% der vergangenen Vorhersagen wichen im Bereich des hellgelben Bandes von den tatsächlich eingetretendem Wasserständen ab. Es ist davon auszugehen, dass die tatsächlich eintretenden Wasserstände mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% im Bereich des hellgelben Bandes liegen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die helleren Bänder von den dunkleren Bändern überlagert werden und somit also immer auch den Bereich der dunkleren Bänder umfassen.
Vorhersageband

Die Bandbreite der wahrscheinlichen Entwicklung ist je nach aktueller Wasserstandhöhe unterschiedlich groß. Insbesondere für meteorologisch schwer vorhersagbare Wetterlagen und für weiter in der Zukunft liegende Zeitpunkte kann der tatsächlich eintretende Wasserstand außerhalb des Vorhersagebandes liegen.

Je kleiner ein Gewässer, desto größer ist der Einfluss der Wettervorhersage auf die Wasserstandvorhersage. Somit wird bei der Abschätzung der Vorhersagebandbreite an den kleinen Flüssen in Rheinland-Pfalz die aktuelle Bandbreite der Wetterentwicklung berücksichtigt. Hierzu werden sogenannte Ensemble-Wasserstandvorhersagen unter Verwendung von 21 gleich wahrscheinlichen Wettervorhersagen berechnet. Diese Ensemble-Berechnungen sind bereits Grundlage für die flussgebietsbezogene Hochwasserfrühwarnung. Die Internetdarstellung von Vorhersagebändern für die Pegel an kleinen Flüssen ist für das Jahr 2017 geplant.